Titel

Aktuelle Dynamiken und die Erklärungskraft politikwissenschaftlicher Integrationstheorien – WiSe 2015/16

Verantwortliche  

Dr. Annegret Eppler

Typologie

 

Seminar

 

 

BA EU Vertiefung WiSe

 

Beschreibung

 

Im Zentrum dieses Seminars steht die Diskussion und Analyse traditioneller und neuerer EU-Integrationstheorien im Hinblick auf ihre Erklärungskraft von sich wechselseitig bedingenden zentripetalen und zentrifugalen Dynamiken. Systematisch erarbeiten sich die Studierenden die Theoriemodelle und analysieren ihre Aussagekraft.

Die einzelnen Integrationstheorien erklären meist nur Aspekte der wechselseitigen zentripetalen und zentrifugalen Dynamiken. Die Studierenden auf MA-Niveau haben sich bereits früher mit Empirie und Theorie zentripetaler, d.h. integrativer Dynamiken auseinandergesetzt und ihr Wissen über die Prozesslogik der europäischen Integration kann quasi „auf den Kopf gestellt“ und spiegelbildlich überprüft werden und wird damit nicht nur erweitert, sondern auch gefestigt.   

 

Um die Theorien zu prüfen, greift das Seminar jeweils ein Fallbeispiel von Dynamik in jeder Integrationsdimension (institutionell, ökonomisch, territorial, legitimatorisch) heraus, das die Studierenden als empirischen Fall zum Theorientest benützen können.

 

Titel

Zentrifugale und zentripetale Trends im Institutionengefüge des EU-Systems – SoSe 2016

Verantwortlicher Prof.  

Dr. Annegret Eppler

Typologie

Seminar

BA Vertiefung SoSe

 

Beschreibung

 

Ausgehend von der einer darstellenden Analyse der wesentlichen Charakteristika des politischen Systems der EU fragt das Seminar nach aktuellen Dynamiken hinsichtlich des Institutionensystems. Hier zeigen sich den Studierenden sowohl zentripetale als auch zentrifugale Dynamiken. Rechtsinstrumente und Institutionen wurden zur Eurorettung in kürzester Zeit ganz erheblich weiter entwickelt, allerdings mit intergouvernementalen, das institutionelle Gebäude der EU teilweise außer Acht lassenden Zügen. Gleichzeitig wird in manchen Hauptstädten offen über eine Rückverlagerung legislativer Kompetenzen von der EU an die nationale Ebene diskutiert („Subsidiarity Report“, Niederlande; von Premierminister Cameron im Januar 2013 als Alternative zu einem Austritt Großbritanniens genannte Rückverlagerungen und Asymmetrisierung des Institutionensystems).

 

Die Studierenden diskutieren die Frage, ob und wie sich „Integration“, „zentripetale“ und „zentrifugale“ „Dynamik“ definieren und messen lassen. Dazu kann teilweise u.a. auf Föderalismustheorien (Spannungsverhältnis zwischen Einheit und Vielfalt, Ryker 1975, Elazar 1991, Benz 1985, Benz/Broschek 2013) zurück gegriffen werden. Die Studierenden nutzen diese Parameter für ihre eigenständige und vertiefte Analyse des institutionellen Systems der EU.

 

Das Seminar richtet sich an BA-Studierende, die bereits Einführungskurse über die EU belegt haben und nun in dem BA-Vertiefungskurs ihr Wissen über das EU-System festigen und für ihre BA-Arbeiten speziellere Inhalte erarbeiten wollen. Im Seminar werden weiterführende Texte über die Polity des EU-Systems behandelt und jeweils mit aktuellen Materialien (Parlamentaria, Kommissionspapiere, Papiere mitgliedstaatlicher Regierungen, Presse und andere Medien, Working Papers von Think Tanks etc.) über Dynamiken hinsichtlich verschiedener Aspekte dieser Polities verknüpft. 

 

 

 

 

 

Titel

Territoriale Dynamiken im EU-Mehrebenensystem: Grexit, Brexit, Separation? – WiSe 2016/17

Verantwortliche  

Dr. Annegret Eppler

Typologie

 

Seminar

 

BA Vertiefung WiSe

Beschreibung

Das Seminar analysiert Dynamiken in der territorialen Dimension der EU-Integration. Die Abspaltung eines Teils des Mehrebenensystems durch einen Austritt Großbritanniens („Brexit“) steht ebenso zur Diskussion wie das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone („Grexit“). Auch auf subnationaler Ebene können Separationstrends beobachtet werden (Schottland, Katalonien). Einer möglichen Verkleinerung der territorialen Ausdehnung der EU stehen gleichzeitig Beitrittsverhandlungen mit einer ganzen Reihe dritter Staaten gegenüber.

 

Das Seminar richtet sich an BA-Studierende, die bereits Einführungskurse über die EU belegt haben und nun in dem BA-Vertiefungskurs ihr Wissen über das EU-System festigen und für ihre BA-Arbeiten speziellere Inhalte erarbeiten wollen.

 

Theoretisch befasst das Seminar erstens mit den wesentlichen Akteuren und Strukturen der aktuellen Beitrittsprozesse sowie der Abspaltungsdiskussionen, um Parameter zu finden, anhand derer die Prozesse verglichen werden können (etwa: Drivers of Secession; Legitimacy questions, Campaigners and their strategies, the central perspective). Zweitens befasst es sich mit den Erklärungsmöglichkeiten der EU-Integrationstheorien für Erweiterungsprozesse und fragt, inwiefern diese „umgedreht“ werden können, um eventuelle Verkleinerungen erfassen zu können. Drittens wird gefragt, ob Erklärungen für die Sezession subnationaler Einheiten von nationalen politischen Systemen auf die EU übertragen werden können.

 

 

 

 

Titel

Ökonomische Integration – SoSe 2017

Verantwortliche

Dr. Annegret Eppler

Typologie

 

Seminar

 

MA Vertiefung SoSe

 

Beschreibung

 

Nach Einführung des mehrdimensionalen Integrationsbegriffs von Nye (1968) wenden sich die Studierenden der Frage zu, wie die ökonomische Dimension von Integration heute zu definieren ist, was zentrifugale und zentripetale Dynamiken im ökonomischen Bereich sind und welche Indikatoren für die Dynamiken heran gezogen werden können. Dabei wird mit den metatheoretischen Ansätzen von Goertz (2006) und Sartory (2008) operiert, die sich mit der Theorie-Entwicklung auf Indikatoren-, Dimensionen- und Konzeptebene befassen.     

In einem zweiten Schritt befassen sich die Studierenden mit den empirischen ökonomischen Entwicklungen und ordnen diese in das Schema zentrifugal versus zentripetal ein. In der ökonomischen Dimension zeigt die Wirtschafts- und Finanzentwicklung, dass infolge der Logik der globalen Finanzmärkte makroökonomische und fiskalische Disparitäten innerhalb der EU zugenommen haben und die nationalen Volkswirtschaften trotz aller Rettungsmaßnahmen wieder mehr als eigenständige Märkte und weniger als gemeinsamer Binnenmarkt wahrgenommen werden. Die sozialen Verhältnisse in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten entwickeln sich auseinander. Gleichzeitig üben die Mitgliedstaaten de facto untereinander Solidarität aus.

In einem dritten Schritt werden ökonomische Theorien der Integration als Strang der EU-Theorie, der sich relativ unabhängig von der politikwissenschaftlichen Integrationstheorie entwickelt, gelesen und auf ihre Erklärungskraft für die empirischen Dynamiken getestet (de Grauwe 1997; Molle 1997; Peterson/Shackleton 2006; Beckmann/Hebler/Kösters/Neimke 2000).  

 

 

 

Titel

Das EU-Legitimitätsdefizit und seine Auswirkungen auf zentrifugale und zentripetale Dynamiken in der EU – WiSe 2017/18

Verantwortliche  

Annegret Eppler

Typologie

Seminar

 

MA Vertiefung WiSe

 

Beschreibung

 

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Positionen zum EU-Legitimitätsdefizit, die sich seit dem Nein der dänischen Bevölkerung zum Maastricht-Vertrag in verschiedenen Strängen durch die Politikwissenschaft, Philosophie und Rechtslehre ziehen. Es werden verschiedene Möglichkeiten einer Gliederung der Positionen, wie etwa durch Schäfer (2006,  in Optimisten, Pessimisten, Apologeten und Fatalisten) dargestellt und diskutiert (Seidelmann 1995, Gabel 1998, Majone 1998, Scharpf 1999, Føllesdal 2006, Føllesdal/Hix 2005, Moravcsik 2002, Grimm 1995,Kielmansegg 2003, Habermas 1995, aber auch Literatur zu Parlamentarisierungsstrategien, Mehrebenenparlamentarismus, partizipativen und deliberativen Ansätzen in der EU-Politik).

 

In einem zweiten inhaltlichen Schritt wird die Diskussion über das EU-Legitimitätsdefizit systematisch mit Theorien der europäischen Integration verbunden, wobei den Studierenden deutlich wird, dass die verschiedenen Theorien sehr unterschiedliche Positionen zu Demokratie und Legitimität in der EU vertreten und dass eine kausale Einbeziehung von Legitimationsaspekten in die Erklärung von Integration oft nicht vorgenommen wird. Die Integrationsforschung hat sich nur selten systematisch mit dem Zusammenhang zwischen Integrationsentwicklung und der Legitimität des europäischen Entscheidungssystems auseinandergesetzt. Eine Ausnahme stell die Theorie des Postfunktionalismus (Hooghe/Marks 2009) dar auch kausal mit konkreten politischen Entwicklungen der EU verbunden wurde.

 

In einem dritten inhaltlichen Schritt wird die Frage nach dem Zusammenhang von zentrifugalen und zentripetalen Dynamiken mit der Legitimitätsfrage gestellt. Dabei werden aktuelle Entwicklungen im Bereich der legitimatorischen Dimension der EU-Integration einbezogen (öffentliche Diskussion über die aktuellen und mögliche zukünftige Dynamiken im EU-Mehrebenensystem; Wahlkampf und -ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2014; europaskeptische Parteien; Reformpläne mit erheblich voneinander abweichenden Finalitätsvorstellungen etc.).  „Einerseits kann sich ein von integrationsrelevanten Akteuren wahrgenommenes Legitimationsproblem als integrationsbeförderndes Moment auswirken – von diesen Akteuren wird die weitere Integration in institutioneller Hinsicht folgerichtig als signifikanter Demokratisierungsschritt propagiert, der die bis dato bestehenden Legitimationsprobleme zu beseitigen vermöge. Andererseits kann, wenn die Integration selbst als Problemursache wahrgenommen wird, die Legitimitätsfrage zu einem integrationsretardierenden Moment werden, weil es zuvörderst die demokratische „Intaktheit“ der Mitgliedstaaten zu bewahren gelte (wenn schon eine europäische Demokratie nicht errichtet werden könne).“ (Höreth/Mann 2013).

 

Das Seminar ist methodisch als Lektürekurs konzipiert.

 

Titel

Wissenschaftliche Texte Verfassen – SoSe 2018

Verantwortliche  

Dr. Annegret Eppler

Typologie

Seminar – Forschungsseminar

MA-BA-PhD SoSe

 

Beschreibung

 

Das Forschungsseminar ist für Studierende aller Entwicklungsstufen konzipiert, die sich in der Vorbereitung oder Anfertigung einer Abschlussarbeit (Bachelor, Master, PhD) befinden. Ziel ist es, themenspezifische Fragen der Studierenden und Forschungsfragen im Interessenbereich der Modulverantwortlichen zu diskutieren. Integraler Bestandteil ist dabei die Diskussion der Studierenden untereinander, die sowohl ihre eigene Arbeit vorstellen als auch jeweils eine andere Arbeit kommentieren sollen (Discussant). Hierdurch können die Studierenden von den Erfahrungen anderer profitieren und lernen zugleich, umfangreichere Arbeiten unter wissenschaftlichen und methodischen Aspekten im Zusammenhang internationaler „Call-for-papers“-Konferenzen vorzustellen und zu begutachten. Prinzipiell sind die Arbeiten themenoffen. Durch die Fokussierung der Seminare des EUDYNAM-Projekts ist jedoch zu erwarten, dass verstärkt Abschlussarbeiten im Themenkreis der aktuellen EU-Dynamiken verfasst werden. Lehrmethoden: Anfertigung von Exposés (Fragestellung, These, Theorie, Methode, Empirie); Anfertigung von Discussant-Papers; Anfertigung von Buchrezensionen und Zeitschriftenrundschauen, Vorstellung und Diskussion der Exposés im Seminar.